Mahmoud "Sindbad" Dehlawi

Experte für tödliche und lebensrettende Chirurgie

Description:

Bevor Mahmoud die Bude verliess, leerte er noch kurz den Eimer. Eigentlich hätte er das Dach schon längst flicken sollen, aber zwischen den Runs und den Cyberdoc-Aufträgen verbrachte er seine Zeit lieber mit seinem Mitbewohner oder auf Besuch bei Imam Amir. Apropos Mitbewohner, Mason hätte das Dach eigentlich auch flicken können. Mahmoud seuzte. Seit er Mason im Lil’ Persia unter die Fittiche genommen hatte, war er wohl dessen grosser Bruder und das kosmische Gesetz schien zu besagen, dass er wohl das Dach selber flicken muss, Inshallah! Unzählige Bolzen surrten als er die Tür abschloss. Statt die schmale Wendeltreppe zu benutzen, die vom Obergeschoss in die ausgestorbene Fabrikhalle hinunterführten, schwang er sich über das Geländer sechs Meter in die Tiefe. Mit einem Zischen fing ihn die Spunghydraulik seiner Beine sanft auf.Mahmoud verliess das Gebäude und trat in die Gosse hinaus.
Ein einzelner Mann drehte sich um und lächelte Mahmoud falsch an. Es handelte sich um einen Ork, gute zwei Köpfe grösser als Mahmoud, die Hände in der Tasche seine Lederjacke. Es hatte eine Zeit gegeben, als Mahmoud neu auf der Strasse war, in der er einige harte Lektionen lernen musste. Mahmoud lernte, dass alle anderen stärker waren. Dass sie im Kampf gewandter waren. Dass ein Ork wie dieser hier ihm körperlich haushoch überlegen war.
Aber Mahmoud lernte auch, dass man nicht gewandt sein musste, wenn man bereits wusste, was der Gegner als nächstes tut. Kraft konnte mit Grausamkeit aufgewogen werden. Und für den Rest half ein klein bisschen Vertrauen in Allah.
Gewecht durch den plötzlichen Adrenalinstoss, erwachte Mahmouds Synapsenbeschleuniger. Die Welt verlangsamte sich in seiner Wahrnehmung als die Bioware seine Reaktionsfähigkeit durch die Decke boostete. Die Zeiten, in denen sich Mahmoud auf seinen eigenen schwächlichen Körper verlassen musste, um sich, Mason und die anderen Kinder von Lil’ Persia zu schützen, waren lange vorbei. Die von Mahmoud selbst sorgfältigst bis an die Belastungsgrenzen kalibrierten Cybergliedmassen surrten auf, als sie Mahmoud aus dem Stand auf den Ork zu katapultierten. Es war kein Kampf. Der Ork zog ab, nachdem ihm seine Waffen abgenommen und fast nebenbei ein paar Rippen gebrochen hatte. Von der kurzen Störung unbeirrt, setzte Mahmoud seinen Weg fort. Er war nun ein Schattenläufer, sein teil-kybernetischer Körper ein chirurgisch präzises Werkzeug, das zum Heilen oder Vernichten gebraucht werden konnte. Und Mahmoud hoffte, dass seine Zukunft ein bisschen von beidem beinhalten würde, Inshallah.

Mahmoud ist ein schlanker, mittelgrosser Mann mit offensichtlich nahöstlicher Abstammung. Schwarze Augen, schwarze Haare. Seine vier massgefertigten Cybergliedmassen verleihen ihm eine Stärke, die sein schmächtiges Aussehen Lügen strafen. Seine ursprünglich aus Angst vor gefährlichen Gangern entstandene Angewohnheit, seine Cyberware bis an die Limits zu pushen, hat er mittlerweile zu einer Kunst gemacht. Als Mediziner und Kybernetiker kennt er seinen Körper und seine Cyberware bis ins letzte Detail. Das Leben auf der Strasse hat auch dazu geführt, dass Mahmoud immer zumindest eine Panzerweste unter seiner Kleidung trägt.

Mahmoud ist immer sehr höflich und zurückhaltend, im krassen Gegensatz zu seinem besten Freund und Mitbewohner Mason "Dice Pool " McNamara. Mahmoud behauptet von sich strenggläubiger gläubiger Muslim zu sein. Der Inhalt seines Glaubens sind aber eine Sammlung wirrer Aussprüche und religiöser Floskeln, zusammen mit einem Ehrenkodex, den Mahmoud zweifellos selbst erfunden hat. Er wurde auch von Menschen, die ihn gut kennen, nie beim Gebet beobachtet (Stossgebete und gotteslästerliche Flüche ausgenommen). Er isst Schweinefleisch und schaut Hot-Sim Pornos. Er ignoriert grundsätzlich alle Kommentare zu seinem Verhalten. Einzig das Alkoholverbot nimmt er ernst.

Bio:

Little Persia

Mahmouds Grosseltern flüchteten 2020 als Wirtschaftsflüchtlinge aus dem Iran in die USA, kurz nachdem der grosse Drache Aden Teheran zerstört hatte.
Im gefährlichen, von Gangs geplagten Suburb Brooklyn von [Manhattan], versuchten die gemeinsam geflüchteten Familien mit bescheidenem Erfolg, ihre Lebensumstände zu verbessern. Man verbündete sich mit dem Überbleibsel eines Sioux-Stammes und einigen tamilischen Orks, die in den selben Blocks wohnten. Die Moschee, geführt von Imam Amir Al-Din entwickelte sich zu einem Ort des Austauschs und Schutzes. Angegliedert an die Moschee war ein Waisenhaus, das durch den Mitglieder der Gemeinde finanziert wurde und mit grossen Neonbuchstaben als Lil Persia angeschrieben war.
Mahmouds Vater lernte in Manhattan seine Frau Susan kennen. Die beiden heirateten bald und bekamen kurz darauf Kinder. Das von Mahmouds Grosseltern gegründete Gemischtwarengeschäft ‚Dehlawi Mixed Goods‘ war klein aber rentabel und versorgte die kleine Familie
Aber solche Erfolgsgeschichten enden nie gut in den Suburbs. Zuerst hatte man Streit mit einer Go-Gang, dann wurden die [White Orcs] auf die persische Gemeinschaft aufmerksam. Man störte sich an ihrem Glauben, an ihrer Anlegung, an ihrer Weigerung Tribut zu zahlen. Dehlawi Mixed Goods wurde Ziel einer Machtdemonstration. Die [White Orcs] fuhren vor, durchsiebten den Laden mit einem schweren Maschinengewehr und warfen einen Molotov-Cocktail in die Trümmer, bevor sie davonfuhren. Mehdi, Susan und ihre Tochter Leila starben alle noch bevor Hilfe kam. Mahmoud war zu dem Zeitpunkt in der Moschee für die Sonntagsschule und entkam dem Anschlag. Mahmoud zog ins Waisenheim, wo er seinen engsten Freund [] kennengelernt hat.
Es blieb nicht bei dem einen Anschlag. Lil‘ Persia bekam mehr und mehr Bewohner. Das Quartier zerfiel, die finanzielle Unterstützung für Lil‘ Persia bröckelte. Es war immer noch besser als auf der Gasse, aber der Unterschied war nicht so gross. Mit unermüdlichem persönlichen Aufwand versuchte Imam Amir, die Kinder davon abzuhalten, in Drogen abzurutschen oder sich einer Gang anzuschliessen. Er nutzte sein grosses Kontaktnetz um den Kindern Jobs zu vermitteln. So landete Mahmoud bei einem Strassendoktor in der Lehre.

Jugend

Doc Hollerstein war ein hoffnungsloser Fall. Gewalttätig, miesepetrig und immer auf Drogen. Aber wenn er erst einmal eine halbe Flasche Soja-Schnapps intus hatte, hatte er die ruhigsten Chirurgenhände der Welt. Bei ihm erlernte Mahmoud alles was er wissen musste, um alle Wunden zu versorgen, die man auf der Strasse erleiden konnte, wie man einen Schattenläufer zusammenflickt und welche Drogen man nicht nehmen sollte, wenn man nicht als Krüppel enden wollte.
Sobald sein Körper ausgewachsen genug war, um Cybergliedmassen zu bekommen, begann Mahmoud seine Transformation. Auch wenn Imam Amir nicht begeistert war von dieser Selbstverstümmelung, so schätzt er doch die günstige medizinische Versorgung seiner Waisenkinder. Mahmoud dagegen war von seinem neuen Körper hellauf begeistert.zum ersten Mal hatte er auf der Strasse etwas zu sagen. Denn wo das Faustrecht gilt, haben stählerne Fäuste einfach mehr Gewicht. Als Doc Hollersteins Bodyshop von den Knight Errant geschlossen wurde, verlegte sich mahmoud auf Schattenläufe. Er besorgte sich eine Mansarde in der Umgebung von Lil‘ Persia, wo er immer noch ab und an vorbeigeht, um etwas Geld zurückzulassen, mit den Kindern zu reden oder ein paar Ganger zu vertreiben. Imam Amir geht er nach Möglichkeit aus dem Weg, weil er sich für seine illegalen Aktivitäten schämt und Amir keine Freude an Mahmouds Chrom hat, auch wenn er das nicht zugeben würde. Trotzdem ist der Imam Mahmouds einzige enge (und zudem ziemlich einflussreiche) Bezugsperson, abgesehen von []

Mahmoud "Sindbad" Dehlawi

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